Aktuelles...

...vom ambulanten Intensivpflegeverband Deutschland e.V.

Aktuelles vom IPV

IPV ist angekommen: Hauptstadtbüro eröffnet

Ende November wurde mit geladenen Gästen die Eröffnung des Hauptstadtbüros am Kurfürstendamm 138 gebührend gefeiertt.

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Stephan Kroneder hat die kooperierende Rechtsberaterin des IPV, Frau Anja Hoffmann, LL.M. Eur. Rechtsanwältin, die Notwendigkeit nach verbindlichen Standards für die außerklinische Intensivpflege betont. „Ziel des Verbandes ist es, der außerklinischen Intensivpflege ein verlässliches Sprachrohr zu geben, verbunden mit fachlicher Kompetenz, sozialem beziehungsweise gesellschaftlichem Engagement, Etablierung von verbindlichen Qualitätsstandards und der Erarbeitung von tragfähigen vertraglichen Grundlagen zwischen Leistungsträgern und Leistungserbringern“, so Kroneder. Im Anschluss an den offiziellen Teil, wurden in entspannter Atmosphäre zu den aktuellen Themen der Intensivpflege, Netzwerkgespräche im persönlichen Dialog geführt – alles in allem ein guter und gelungener Start an dem neuen Standort des IPV.

Der Text stammt von : Fachzeitschrift beatmetleben

bpa stimmt Senkung der Vergütungssätze zu - IPV sieht Rückschritt

 

bpa – Abschluss mit dem BKK Landesverband Bayern
fördert das Preisdumping in der ambulanten Intensivpflege
Die Landesgruppe Bayern des bpa informierte zuletzt darüber, dass mit dem BKK-Landesverband
Bayern eine Ergänzungsvereinbarung für Leistungen mit hohem intensiven behandlungspflegerischem
Aufwand (häusliche Intensivpflege) abgeschlossen wurde.


In der Ergänzungsvereinbarung wurde u.a. ein Stundensatz in Höhe von 20,00 € für die Versorgung in
ambulant betreuten Wohngemeinschaften vereinbart, bei einem ebenfalls vertraglich vereinbarten
Betreuungsverhältnis von 1: 2,5, das von den Krankenkassen im Einzelfall überprüft werden kann.


Bis zu diesem kollektiven Abschluss wurden von den meisten Betriebskrankenkassen höhere -
wirtschaftlich auskömmliche - Stundensätze vergütet, die deutlich über dem Verhandlungsergebnis
des bpa lagen.

Nach ersten Rückmeldungen unserer Mitgliedsdienste beginnen BKK-Krankenkassen
die bisher bezahlten Vergütungssätze auf 20,00 € abzusenken. Auf Nachfrage wird das Absenken der
Vergütung mit dem Verhandlungsergebnis des bpa begründet. Auch andere Krankenkassen nehmen
inzwischen auf den Abschluss Bezug, um die 20,00 €/h als maximalen Wert in der ambulanten
Wohngemeinschaftsversorgung zu etablieren.


Der IPV stellt eine erhebliche Verunsicherung bei den Pflegediensten fest, da durch das Handeln bzw.
den Abschluss des bpa eine Ergänzungsvereinbarung existiert, die bei mindestens gleichbleibender
Qualität in der Versorgung und des einzusetzenden Pflegepersonals zukünftig einen niedrigeren Preis
akzeptiert bzw. etabliert.
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Dieser Abschluss ist für Pflegedienste in der ambulanten Intensivpflege, die hochqualifiziertes Personal einsetzen, und entsprechende hohe Personal- und Fortbildungskosten haben, ein großer Rückschritt. „Das Verhandlungsergebnis gefährdet faktisch die über Jahre gewachsenen Versorgungsstrukturen in der außerklinischen Intensivpflege“, so der IPV-Vorsitzende Stephan Kroneder.

IPV fordert Veröffentlichung von Betrugsfällen
 
 
Pflegebetrug schafft Imageverlust
 
Und wieder wird laut Presseberichten die Solidargemeinschaft durch betrügerische Pflegedienste um hohe Summen betrogen.
Aktuell bestätigt dies der Abschlussbericht Curafair des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, in dem eine systematische Vorgehensweise für Betrugsdelikte im Pflegebereich beschrieben wird.
Durch gefälschte Dokumentation in Dienstplänen und Leistungsnachweisen werden teure Pflegeleistungen abgerechnet, die nicht geleistet bzw. erbracht wurden.
 
Die Erbringung der Pflegetätigkeiten wird zudem an teilweise unqualifiziertes Personal übertragen, deren Ausbildungsnachweise gefälscht sind, um dennoch kostenintensive Pflege, wie beispielsweise die außerklinische Intensivpflege, abrechnen zu können.
 
Der IPV-Vorsitzende Stephan Kroneder befürchtet durch die Betrugsvorfälle einen großen Imageverlust der gesamten Pflegebranche: "Das Vertrauen in die ambulante Pflege ist angekratzt und lässt die Branche als zwielichtige Abzocker dastehen".
Bei genauer Betrachtung muss man aber feststellen, dass es keine Dienstleistungsbranche ohne Betrugsdelikte gibt und auch staatliche Kontrollinstrumente gegenüber der Privatwirtschaft beschränkt sind.
 
Daneben ist zu konstatieren, dass mit den Kostenträgern keine Leistungen abgerechnet werden können, die vom Betreuer nicht beantragt bzw. nach Leistungserbringung durch ihn gegengezeichnet worden sind. Unter diesem Blickwinkel müsste man nicht nur den Pflegediensten, sondern auch den Betroffenen bzw. deren Betreuern Abrechnungsbetrug unterstellen. „Insofern glaube ich, dass häufig über Momentaufnahmen berichtet wird, die jeweils hochgekocht und der gesamten Branche zum Nachteil gereicht werden“, so Kroneder.
 
Nach Recherche des IPV sind derzeit bundesweit ca. 13.000 Pflegedienste tätig, die im ambulanten Bereich Ihre Pflegekunden betreuen und versorgen.
Der obenstehende LKA-Bericht geht von ca. 230 Pflegediensten aus, die ein organisiertes Netzwerk von gewerbsmäßigem Betrug systematisch ausbauen.
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Eine kriminelle Energie ist somit rechnerisch bei knapp 2 % der gesamten zugelassenen Pflegedienste zu verzeichnen, weshalb wohl insgesamt ein dennoch (nur) geringer Teil der Pflegebetriebe in kriminelle Machenschaften tatsächlich verwickelt ist und „der Großteil der Pflegedienste, nämlich 98 %, eine regelgetreue Betriebsführung einhält", so der IPV-Vorsitzende Stephan Kroneder weiter.
 
Nebst den bereits deutlich geschärften gesetzlichen Regelungen durch das Pflegestärkungsgesetz, befürwortet der IPV die Einführung eines zentralen Onlineportals zur Veröffentlichung für Betrugsfälle.
Zudem müssen die vertraglichen Zulassungsvoraussetzungen von Pflegediensten überdacht und bundesgesetzlich reglementiert werden.

Schwarze Schafe schaden dem Ruf der AIP

 

Die Pflegequalität ist durch Preisdumping gefährdet


Schon seit längerer Zeit zieht die außerklinische Intensivpflege großes mediales Interesse auf
sich.
Berichterstattung zu Abrechnungsbetrug, versuchte Umgehung von Kontrollen durch den
medizinischen Dienst (MDK) und die sehr heterogen gehandhabte Qualitätssicherung durch
einzelne Pflegedienste in der ambulanten Intensivversorgung veranlassen die Medien immer
wieder, alle in dieser Branche tätigen Pflegebetriebe als zwielichtige Abzocker abzustempeln.


Der IPV-Vorsitzende, Herr Stephan Kroneder, findet es jedoch unangemessen, deshalb die
gesamte Branche und die Versorgungsform der ambulanten Intensivpflege über einen Kamm
zu scheren.
Bei genauerer Betrachtung musste man zudem feststellen, dass es keine einzige
Dienstleistungsbranche gibt, in der nicht einzelne Unternehmen versuchen, ihre Leistungen
gesetzes- oder vertragswidrig zu erbringen bzw. in betrügerischer Absicht zu handeln.


Auch in der ambulanten Intensivpflege ist daher zu konstatieren, dass der Großteil der
Pflegedienste eine regelgetreue Betriebsführung einhält.


Unstrittig ist jedoch auch, dass sich in der Branche der ambulanten Intensivpflege das
Handeln der "schwarzen Schafe" besonders auswirkt. Denn schließlich weist der
außerklinische Intensivbereich in den letzten Jahren große Wachstumszahlen auf,
einhergehend mit stetig steigenden hohen Versorgungskosten, die aus den
Sozialversicherungssystemen bezahlt werden müssen.


Bereits seit dem Inkrafttreten des 2. Pflegestärkungsgesetzes im Januar 2016 ist
beispielsweise bei ambulanten Pflegediensten die Abrechnungsprüfung der erbrachten
Leistungen durch den MDK verpflichtend durchzuführen.

Der IPV begrüßt dies ausdrücklich, um nicht korrekt arbeitende Unternehmen in der Branche
aufzudecken und entsprechend zu sanktionieren.


Gleichzeitig stellt sich aufgrund von ersten Informationen und Erkenntnisse zu – nur sehr
oberflächlich – durchgeführten Abrechnungsprüfungen die provokative Frage, "ob diese
verbindliche Überprüfung von den Kassen überhaupt gewollt ist bzw. mitgetragen wird, oder
ob es sich nur um eine weitere politische Forderung handelte, die nun zwar im Gesetz
steht, aber nicht umgesetzt wird", so Kroneder.


Da es an gesetzlich und rechtlich verbindlichen Vorgaben für die außerklinische
Intensivpflege fehlt, haben die Betriebe bereits vor Jahren in Eigeninitiative damit begonnen,
ihre Mitarbeiter selbst zu qualifizieren. In der Folgezeit haben die Krankenkassen diese,
häufig von den Pflegediensten bzw. Fachgesellschaften stammenden, Qualitätsstandards in
ihre Verträge bzw. dazugehörige Ergänzungsvereinbarungen übernommen.

Als dann, diese Standards weitestgehend in einem Bundesland vertraglich etabliert waren,
haben einzelne Kostenträger begonnen, die bis dahin für die Versorgung ihrer
intensivpflegebedürftigen Versicherten bezahlten Vergütungssätze Schritt für Schritt abzusenken.
Beispielsweise senkt derzeit die DAK-Gesundheit, die über Jahre bezahlten Stundensätze für
die Intesivversorgung in der Häuslichkeit und in der ambulanten Wohngemeinschaft, einseitig
gegenüber den versorgenden Pflegediensten ab.
"In der Folge ist eine erhebliche Verunsicherung bei den Versicherten der DAK und den
sie versorgenden Pflegediensten hinsichtlich der Weiterversorgung entstanden. Durch das
Handeln der DAK und ihr einseitiges Kürzen der bis dato bezahlten Stundensätze ist
nämlich die Situation entstanden, dass die Leistungen der Intensivpflege in gleich hoher
Qualität zu einem – zum Teil um bis zu 25 % - niedrigerem Preis erbracht werden
sollen.

Das ist für einen Pflegedienst in der ambulanten Intensivpflege, der hochqualifiziertes
Personal einsetzt und entsprechende Personalkosten hat, auf Dauer nicht möglich. Die DAK
gefährdet so die gewachsenen Versorgungsstrukturen ihrer intensivpflegebedürftigen
Versicherten," so der IPV-Vorsitzende Stephan Kroneder.

Freies Wahlrecht der Pflegeeinrichtung nach Klinikaufenthalt in Gefahr!?

Mit der Neuregelung des § 39 Abs. 1a SGB V zum Januar 2017 wurde der Anspruch der
Versicherten auf ein sektorenübergreifendes Entlassmanagement nach einem
Krankenhausaufenthalt wesentlich erweitert.


Im Zuge dessen wurde ebenfalls ein neuer Rahmenvertrag zum Entlassmanagement durch
das Bundesschiedsamt am 17. Oktober 2016, mit In-Kraft-Treten ab 1. Juli 2017 vereinbart.
Dieser regelt insbesondere auch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und Pflege bzw.
Krankenkasse vor der Überleitung der Versicherten in eine andere Versorgungsform.
Wenn nach der Krankenhausentlassung ein patientenbezogener Bedarf für eine
Unterstützung, beispielsweise für eine genehmigungspflichtige häusliche Krankenpflege
gegeben ist, sieht die vertragliche Regelung des § 3 Abs. 6 im Rahmenvertrag vor, dass das
Krankenhaus, noch vor der Beteiligung eines entsprechenden Leistungserbringers (z.B.
Pflegeeinrichtung), Kontakt mit der Kranken- bzw. Pflegekasse des betroffenen Patienten
aufnimmt. Hierfür ist allerdings die Einwilligung des Versicherten notwendig.

Der Kostenträger des Betroffenen leitet dann bereits das Genehmigungs- bzw.
Antragsverfahren ein bzw. nimmt die Beratungspflicht gegenüber dem
Versicherungsnehmer wahr.

Der Vorsitzende des IPV, Stephan Kroneder, sieht dadurch die Gefahr einer
Wettbewerbsverzerrung in der Gesundheitswirtschaft. Es ist zu befürchten, dass zukünftig
die Leistungserbringer nicht mehr vom Versicherten selber, sondern vielmehr von der
Pflege- bzw. Krankenkasse vorab ausgesucht werden.

Bisher haben die Krankenhäuser über deren Sozialdienste in punkto Entlassmanagement
zuerst mit den Pflegeeinrichtungen selbst Kontakt aufgenommen.
Kroneder befürchtet nun, dass es den Krankenhäusern nicht mehr möglich sein wird, mit
den Pflegeeinrichtungen unmittelbar Kontakt aufzunehmen. Der Informationsfluss erfolgt
dann ausschließlich zwischen behandelndem Krankenhaus und der Pflege- bzw.
Krankenkasse des Betroffenen.

Theoretisch könnten Krankenhäuser eigene Pflegeeinrichtungen mit der Motivation
gründen, die Betroffenen nach der Entlassung selbst zu pflegen. Dies würde einen klaren
Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Leistungserbringern in der
Gesundheitswirtschaft darstellen.

Der IPV sieht durch das "neue Entlassmanagement" nicht nur einen Nachteil für die Pflegeeinrichtungen in der Versorgungslandschaft, sondern auch eine große Gefahr für das freie Wahlrecht des Kunden für seine bevorzugte Pflegeeinrichtung.
Allerdings besteht noch Hoffnung auf eine Änderung des Rahmenvertrages:
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg gegen die Entscheidung zum Entlassmanagement des Bundesschiedsamtes Klage eingereicht. Ob diese Klage eine aufschiebende Wirkung entfaltet oder nicht und wann mit dem In-Kraft-Treten dieses Rahmenvertrages gerechnet werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt.

Hier die ausführliche Stellungnahme von IPV-Vorsitzenden Stephan Kroneder zum Artikel "Stopp, Herr Laumann" der CAREkonkret Nr. 8/17.

"Im Hinblick auf die getroffene Aussage könnte man den Eindruck gewinnen, dass Herr Laumann seine Amtsausführung als Pflegebevollmächtigter völlig falsch verstanden hat.
Ein Pflegebevollmächtigter soll die Belange der Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und die der Pflegekräfte wahrnehmen und sich dafür einsetzen.
Das freie Wahlrecht des Patienten für seine Versorgungsform wird jedoch mit dieser Aussage beschränkt und ich denke keinesfalls, dass dies im Sinne der betroffenen Menschen ist.

Auch in der Ausgabe der "CAREkonkret Nr. 8/17" wurde über unsere Bedenken zum Thema Entlassmanagement berichtet.

Hier ein Zeitungsbericht des Plattlinger Anzeigers vom 17. Februar 2017 im Hinblick auf unsere Pressemitteilung zum Thema Entlassmanagement

Am 21. März findet zum 2. Mal in Berlin die Entscheiderkonferenz statt.
Im letzten Jahr hat der IPV teilgenommen und es war eine sehr informative Veranstaltung!

http://www.vincentz-akademie.de/

Nachfolgend dürfen wir Sie über unsere aktuelle Pressemitteilung zum Thema Entlassmanagement informieren:

Freies Wahlrecht der Pflegeeinrichtung nach Klinikaufenthalt in Gefahr!?!

Mit der Neuregelung des § 39 Abs. 1a SGB V zum Januar 2017 wurde der Anspruch der Versicherten auf ein sektorenübergreifendes Entlassmanagement nach einem Krankenhausaufenthalt wesentlich erweitert.

Im Zuge dessen wurde ebenfalls ein neuer Rahmenvertrag zum Entlassmanagement durch das Bundesschiedsamt am 17. Oktober 2016, mit In-Kraft-Treten ab 1. Juli 2017 vereinbart. Dieser regelt insbesondere auch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und Pflege-bzw. Krankenkasse vor der Überleitung der Versicherten in eine andere Versorgungsform.

In der Zeitschrift "Häusliche Pflege" ist am 1.10.2016 ein Artikel erschienen, der Stephan Kroneder (erster Vorsitzender des ambulenten Intensivpflegeverbandes Deutschland e.V.) und seine Beweggründe zur Gründung des Vereins darstellt. Mit freundlicher Unterstützung von "Häusliche Pflege" finden Sie hier den Artikel. Weitere Informationen zur Zeitschrift "Häusliche Pflege" finden Sie unter dem Link: http://www.haeusliche-pflege.net